J1 - Gut zu wissen

Für Lehrer

Gesundheit? Dieses Thema ist für Teenager meist so spannend wie Zähneputzen oder Aufräumen.

Gesunde Ernährung? Langweilig!
Zum Arzt gehen? Ein Pflichtbesuch, wenn ich mich krank fühle!
Warum soll ich zum Arzt gehen, wenn ich gesund bin?

Diese Frage erfordert überzeugende Antworten.

Die J1 ist wichtig, weil...

... mögliche gesundheitliche Probleme und/ oder Fehlentwicklungen schon erkannt und behandelt werden können, bevor sie sich schmerzhaft bemerkbar machen.

... sie mehr ist als eine körperliche Untersuchung. In der Pubertät, in der Körper und Gefühle sich manchmal verwirrend schnell verändern, bietet die J1 Beratung zu vielen Fragen, die Jugendliche aktuell haben. Untersuchung und Beratungsgespräch beseitigen unnötige Zweifel am „normalen Verlauf“ der pubertären Entwicklung.

… Aufklärung über individuelle und allgemeine gesundheitliche Risiken wie einseitige Ernährung, fehlende Bewegung, Konsum von Alkohol, Zigaretten und illegalen Drogen verstärkt auf Akzeptanz stößt, wenn sie von Experten in Gesundheitsfragen kommt. 

     

Damit wird so manches Selbstbild, das durch Vergleiche mit früher, später oder anders pubertierenden Jugendlichen in Schieflage geraten ist, wieder gerade gerückt. Das stärkt das Selbstbewusstsein.

Wer führt die Untersuchung durch?

Es besteht freie Arztwahl.  Die Jugendlichen dürfen auch wählen, ob sie alleine, mit den Eltern oder mit Freunden zur J1 gehen. Das Beratungsgespräch ist vertraulich. Arzt bzw. Ärztin haben selbstverständlich Schweigepflicht. Trotzdem können die Eltern bei der Vor- und Nachbesprechung dem Arzt Fragen zur seelischen Entwicklung des Kindes stellen. Auch wenn nach der J1 eine Behandlung erfolgt, ist die Einwilligung der Eltern erforderlich.  

Was gehört zur J1?

Die J1 setzt sich zusammen aus 3 Komponenten: Untersuchung, Beratung und Impfschutz-Kontrolle.

Untersuchung

  • Bestimmung von Größe, Gewicht und pubertärem Entwicklungsstatus
  • Kontrolle von Wirbelsäule und Muskulatur, Haut und inneren Organen, zum Beispiel durch Abhören und Abtasten
  • Messen von Blutdruck und Puls
  • bei Bedarf oder auf Wunsch auch Hör- und Sehtests sowie Blut- und Urinuntersuchungen

Beratung

  • Information über gesundheitliche Risiken: Bei Auffälligkeiten wie Über- oder Untergewicht, Fehlhaltungen oder seelischen Problemen wie Einsamkeit und Rückzug helfen ärztliche Tipps und/ oder Behandlung, rechtzeitig gegenzusteuern.
  • „Wie werde ich meine Pickel los?“ oder: „Wie verhüte ich beim ‚ersten Mal’?“: Die Jugendlichen entscheiden selbst, welche Fragen und Anliegen sie mit ihrem Arzt oder ihrer Ärztin besprechen wollen.

Impfschutz-Kontrolle

  • Impfungen bieten Schutz vor vielen Infektionskrankheiten. Gibt es hier Lücken?
  • Das Übertragungsrisiko von Erregern der Krankheiten Hepatitis B und Gebärmutterhalskrebs (Humane Papillomviren/HPV) erhöht sich mit den ersten Sexualkontakten. Sind die Jugendlichen über mögliche Schutzimpfungen informiert?

Der Arzt überprüft den Impfausweis. Nach Rücksprache mit den Eltern können fehlende Impfungen erfolgen.